Politik, Ärzteschaft und weitere Akteure des Gesundheitswesens diskutierten auf Einladung von PKV-Verband, PVS - Die Privatärztlichen Verrechnungsstellen, Deutsche Apotheker- und Ärztebank - apoBank und Bundesverband der Freien Berufe BFB über die Zukunft der Versorgung und die richtigen Weichenstellungen.

Einige zentrale Eindrücke:
Versorgung im ländlichen Raum steht unter Druck.
Die 15.000-Einwohner-Stadt Bad Wurzach im Allgäu verliert Arztpraxen, obwohl die Stadt wächst. „Von ursprünglich 7 Hausarztpraxen haben 3 dicht gemacht – und Nachfolger haben sich nicht gefunden“, berichtete Bürgermeisterin Alexandra Scherer.

Strukturreformen brauchen Mut.
In Biberach bündelt der Krankenhausbetreiber Sana Klinik, Rettungsstelle und ambulante Angebote an einem Standort. „Wir haben das komplette medizinische Versorgungsangebot an einem Ort“, so Geschäftsführer Philipp Schlerkmann.

Der demografische Wandel verschärft die Lage.
Die Bevölkerung altert – und mit ihr Ärzteschaft sowie Praxis- und Pflegepersonal. Für Hausarzt und CDU-Landtagskandidat Dr. Jens Steinat kommen weitere Herausforderungen hinzu: Bürokratie und eine zu langsame Digitalisierung gefährden die Attraktivität des Berufs.

Finanzierung bleibt der Schlüssel.
„Ohne substanzielle Veränderungen werden wir die steigenden Gesundheitskosten einer alternden Gesellschaft nicht bewältigen können“, sagt FDP-Bundesvorsitzender Christian Dürr.

PKV-Verbandsdirektor Dr. Florian Reuther verwies auf den Versorgungsbeitrag der Privatversicherten: Der sogenannte Mehrumsatz liegt bundesweit bei knapp 15 Milliarden Euro – insbesondere in der ambulanten Versorgung. Diese Mittel ermöglichen Investitionen in Personal und moderne Medizintechnik – gerade auch außerhalb der Metropolen.

GOÄ-Reform wird dringend erwartet.
„Unser Entwurf ist innovationsoffen und bedeutet somit das Ende der umständlichen Analogbewertungen“, betonte Ellen Lundershausen Dr.med. (BÄK). Eine moderne Gebührenordnung sei Voraussetzung für Abrechnungssicherheit und auskömmliche Vergütung.

Das Fazit von Dr. Wolfgang Miller, Präsident der baden-württembergischen Landesärztekammer, bringt es auf den Punkt:
„Ärztliche Arbeit muss attraktiv sein, dann bleiben wir auch auf der Fläche.“

Die Diskussion hat gezeigt:
Versorgungssicherheit, Digitalisierung, Bürokratieabbau und eine generationengerechte Finanzierung gehören zusammen. Wer attraktive Standorte will, muss verlässliche Rahmenbedingungen schaffen.

Wie gelingt dieser Balanceakt aus Reformdruck und Stabilität?
Wir freuen uns auf den weiteren Austausch.